Früherkennung weiterdenken: Mammographie-Screening ab 45 Jahren?
Das Tumor- und Brustzentrum Ostschweiz unterstützt die Diskussion um eine frühere Brustkrebsfrüherkennung.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Eine frühe Diagnose verbessert in vielen Fällen die Behandlungsmöglichkeiten und erhöht die Heilungschancen deutlich. Deshalb wird in der Schweiz aktuell diskutiert, ob das organisierte Mammographie-Screening künftig bereits ab dem 45. statt wie bisher ab dem 50. Lebensjahr angeboten werden soll.
Warum wird eine tiefere Altersgrenze diskutiert?
Auch Frauen zwischen 45 und 49 Jahren können an Brustkrebs erkranken. Zwar nimmt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter zu, dennoch wird jedes Jahr auch bei jüngeren Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Ein früherer Zugang zum organisierten Screening könnte dazu beitragen,
- Brustkrebs früher zu erkennen,
- schonendere Behandlungsmöglichkeiten zu ermöglichen,
- die Heilungschancen weiter zu verbessern.
Die Diskussion orientiert sich zudem an internationalen Entwicklungen, in denen eine Ausweitung der Screening-Programme teilweise bereits umgesetzt oder geprüft wird.
Das TBZO unterstützt die Weiterentwicklung der Früherkennung
Als spezialisiertes Brustzentrum begrüsst das Tumor- und Brustzentrum Ostschweiz die Bestrebungen, die Brustkrebsfrüherkennung kontinuierlich anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist eine evidenzbasierte Versorgung, die Patientinnen den grösstmöglichen Nutzen bietet. Wenn wissenschaftliche Daten zeigen, dass Frauen von einer früheren Früherkennung profitieren können, sollte dies sorgfältig geprüft und in die Weiterentwicklung der Screening-Programme einfliessen.
Was gilt heute?
Derzeit befindet sich der Vorstoss im politischen Prozess. Die bestehenden Empfehlungen und kantonalen Mammographie-Screening-Programme bleiben vorerst unverändert.
Unabhängig vom Alter gilt: Veränderungen der Brust oder auffällige Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Frauen mit einer familiären Vorbelastung oder einem erhöhten persönlichen Risiko profitieren bereits heute von einer individuellen Beratung und – wenn angezeigt – von einer angepassten Früherkennungsstrategie.
Quelle: Medinside
